Chronik

Ein wesentlicher Faktor im kulturellen Leben der Stadt Königslutter am Elm, bildet der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, der sich viele hundertmal bei Veranstaltungen in der Öffentlichkeit beliebt und verdient gemacht hat.

Bereits bei der Gründung der Freiwilligen Turner-Feuerwehr im Männerturnverein im Jahre 1866, wurde von diesem ein Spielmannszug gegründet, der unter dem Tambourmajor Schlossermeister Wiedenroth stand. Schon damals zur Zeit unserer Urgroßväter, vor über 100 Jahren, war dieser Spielmannszug uniformiert und nahm an vielen Veranstaltungen teil, Besonders war es der Feuerwehrhauptmann und l. Vorsitzende des MTV – Kaufmann Franz Giebel, dem das Stadthaus Markt l gehörte, der große finanzielle Opfer für den Spielmannszug gebracht hat. Nach der Auflösung der Turnerfeuerwehr, spielten die Spielleute im MTV weiter, so daß die Tradition des Spielmannszuges bereits über 100 Jahre alt ist in Königslutter.

Auch in der damaligen Bürgerschule wurde das Trommeln und Pfeifen geübt und gepflegt. Besonders war es der Musiklehrer Gustav Kienbaum, der die Jugend im Spiel unterrichtet hat. 1924 wurde unter dem Tambourmajor Willi Spelly, ein in sich gefestigter Spielmannszug gegründet, der aus Mitgliedern des MTV, der Turnerbrüderschaft und des Soldatenbundes bestand. In den folgenden goldenen zwanziger Jahren hat der Spielmannszg unter Spelly viel Freude in der Stadt und Land bereitet. Der 2. Weltkrieg hatte eine große Lücke in den Reihen des Spielmannszuges gerissen. Nicht weniger als 8 Spielleute kehrten nicht wieder in die Heimat zurück. Aber der alte Geist war nicht gebrochen. Nach Kriegsende ging man sofort zur Sache und gründete im MTV einen neuen Spielmannszug.

1953 wurde der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Königslutter angegliedert. Viele Wettstreite wurden besucht und schöne Preise errungen. Leider trat eine Krise ein, die zur Absplitterung einer Gruppe führte, welche einen weiteren Spielmannszug in Königslutter gründete.

Ein Höhepunkt im Leben unseres Spielmannszuges war 1967 der Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft. Überall wo der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr im weiten Lande aufgetreten ist und gespielt hat, wurde Königslutter würdig vertreten. Noch heute denken viele Spielleute aus dem ganzen Land Niedersachsen an 1958, wo in Königslutter die Niedersachsenmeisterschaft vorbildlich durchgeführt wurde. Immer bemühte sich der inzwischen stark angewachsene Spielmannszug unter der Führung des Tambourmajors Kurt Klapschinski sich um den Nachwuchs. 1960 wurde ein Versuch unternommen, Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren im Spielmannszug auszubilden. 25 Jungen hatten sich gemeldet, davon bestanden 12 nach vierteljähriger Ausbildung die Probe. Wer später durch sein Alter dem Jugendspielmannszug entwachsen war, fand Aufnahme im Stammzug.

Von 1965 an bis heute konnten zahlreiche, herausragende Ergebnisse bei Leistungsvergleichen erzielt werden.

Absoluter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft des Stammspielmannszuges in der Hörnerklasse am 09. Mai 1982 in Celle. Außerdem konnten 25 Bezirks- und 12 Landesmeisterschaften gewonnen werden, darüber hinaus gab es beachtenswerte Erfolge bei nationalen und internationalen Begegnungen. Noch erfolgreicher agierte die Jungendformation:

In der Spielmannszug- und Hörnerklasse wurde sie 3x Deutscher Meister, 13x Landesmeister und 20x Bezirksmeister, außerdem gab es zahlreiche Titel bei Freundschaftstreffen. Auch die Stabführer beider Formationen verdienen Respekt und Anerkennung für Titel und Platzierung! Zu erwähnen sind Heinz und Kurt Klapschinski, Dieter Krause, Wolfgang und Alexander Schuba, Hans-Peter Seefried, Frank Tschöpe, Stefan Bätge, Thomas Tauscher sowie Christoph Neuhaus.

Es ist ein hoher Verdienst von Kurt Klapschinski der 75 Jahre aktiv im Spielmannszugwesen war, daß alle Klippen genommen werden konnten. Seit 1976 wird der Zug vom Stabführer Wolfgang Schuba geführt, der in die Fußstapfen seines Vorgängers voll eingestiegen ist. Dank gebührt allen Kameraden, die den Spielmannszug über Jahre hinaus die Treue gehalten haben.

– Gut Spiel –